Neue Bekämpfungsmethode gegen Waldmaikäfer

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BBA
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Die Biologische Bundesanstalt (BBA) startet mit Hessen-Forst einen weiteren Versuch, der Waldmaikäfer-Plage in Süd-Hessen Herr zu werden. Nachdem bislang alle versuche gescheitert sind, das Ausmaß der Kalamität einzudämmen, soll nun ein Pilz Abhilfe schaffen.
„Anfängliche Hoffnungen, die Population werde von selbst zusammenbrechen haben sich nicht erfüllt“, erklärt Prof. Dr. Alfred Wulf von der BBA in Braunschweig. Laut dem Leiter des Instituts für Pflanzenschutz im Forst hat der Schädling in Hessen 9.000 Hektar Wald fest im Griff. Waren es anfangs 50 Hektar so registrieren die Forstleute heute 5.000 Hektar mit schweren Schäden. Bemühungen, den Wald durch Pflanzungen von Laubbäumen zu erneuern, wurden durch die Maikäfer-Engerlinge sprichwörtlich untergraben. Sie richten den Hauptschaden an, da sie sich unterirdisch von Wurzeln bevorzugt junger Bäume ernähren und sie so zum Absterben bringen.
Wissenschaftler vom Institut für biologischen Pflanzenschutz der BBA überprüfen, ob sich der Pilz Beauveria brongniartii zur biologischen Bekämpfung des Käfers und seiner Engerlinge eignet. „Immer wieder finden sich in der Natur sowohl Engerlinge als auch erwachsene Käfer, die an einer ,Verpilzung’ gestorben sind“, erklärt Dr. Gisbert Zimmermann. Die Kunst sei es jedoch die Pilze gezielt an die Käfer bzw. Engerlinge zu bringen. Der Zugriff auf die Engerlinge des Waldmaikäfers ist kompliziert, da sie sich über drei Jahre unterirdisch im Boden entwickeln, bevor sie sich im Herbst des 3. Jahres verpuppen und schließlich als Käfer im Frühling des 4. Jahres ausschwärmen.

In Vorversuchen (2002/2003) überprüften die BBA-Wissenschaftler, ob sich der Pilz im Waldboden etablieren lässt. Dazu wurde bei Neupflanzungen Pilzgerste in die Pflanzlöcher eingebracht oder in einem Kiefernaltbestand in den Boden eingefräst. Die Darmstädter Berufsfeuerwehr versprühte in einem Testareal eine Pilzsporensuspension. „Mit allen drei Ansätzen erzielt man eine genügend hohe Sporendichte im Boden, die ausreichen würde die Engerlinge zu infizieren“, fasst Zimmermann die Ergebnisse zusammen. In einem weiteren Experiment lockte man männliche Waldmaikäfer in Fallen, um sie dort mit den Pilzen zu infizieren. Es konnte gezeigt werden, dass sie bei der Paarung die Infektion an die Weibchen und somit indirekt an die Larven weitergeben. Allerdings waren die Fallenfänge nur in den höchsten Baumkronen effizient genug.
Indiesem Jahr werden mit Hubschraubern Beauveria brongniartii-Sporen ausgebracht, um die Käfer zu bekämpfen.

Weitere Informationen: Waldmaikäfer in Baden-Württmeberg
www.faunistik.net
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