Thüringen spart auf Rücken der Waldarbeiter

  • enero 27, 2010
  • • Fuente: IHB
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Für den Bund Deutscher Forstleute (BDF), Interessensvereinigung der Forstbeamten und Angestellten in der Forstwirtschaft, steht die Thüringer Landesforstverwaltung vor dem Ausverkauf. Auch der Bundesverband der Säge- und Holzindustrie Deutschland (BSHD) kritisiert die Pläne, beim Land angestellte Forstwirte von der Landesforstverwaltung in eine gewinnorientierte Forst-GmbH auszugliedern.

Der BDF hat heute zu einer Demonstration vor dem Thüringer Landtag in Erfurt gegen die Pläne aufgerufen. Im Gegensatz zu den Strukturreformen in den Landesforstverwaltungen aller anderen Bundesländer geht es in Thüringen allein um die Ausgliederung von 800 Waldarbeitern und bis zu 150 Mitarbeitern aus der Verwaltung. Auf Grund der Alters- und Lohnstruktur der Waldarbeiter in Thüringen ist zu befürchten, dass diese als Privatunternehmen – nach Ablauf einer Schonfrist – bei Ausschreibungen nicht gegen private Forstunternehmer konkurrieren können. In der Thüringer Forstwirtschaft wird das Verhalten der Landesregierung als zutiefst unsozial empfunden. Es dürfe keine Haushaltssanierung auf Kosten der Waldarbeiter geben. BSHD-Vize Lars Schmidt: "Die Einheit der Thüringer Forstverwaltung muss erhalten bleiben." Angesichts der Waldbesitzerstruktur in Thüringen empfiehlt er, sich an den Reformen der Landesforstverwaltung Mecklenburg-Vorpommern zu orientieren. Die Änderung in eine Anstalt öffentlichen Rechts ohne Betrieb und hoheitliche Aufgaben voneinander zu trennen biete in Mecklenburg-Vorpommern die Chance zu mehr Wirtschaftlichkeit. Einzelne Betriebsteile können bewertet und budgetiert werden. "In Thüringen ist kein Sinn und Ziel erkennbar", wirft Schmidt der Landesregierung Konzeptlosigkeit vor unter der die Waldarbeiter zu leiden hätten.

Laut Ostthüringer Zeitung versucht Forstminister Jürgen Reinholz nun zurückzurudern. Die Waldarbeiter sollen in einer 100%igen Landestochter unterkommen. Die Kritiker des Vorhabens verweisen aber auf die Privatisierung des Straßenbetriebsdienstes. Dort kam es zu einem massiven Stellenabbau.