| Forst-Live: Auch ohne Großmaschinen erfolgreich |
| 02/04/2007 - 18:00 |
Die Forst-Live in Offenburg vom 30. März bis 1. April 2007 etabliert sich immer mehr als die zentrale Messe für Seilwinden, Rückewagen und Brennholzmaschinen. Auch wenn Messeorganisator Harald Lambrü nach wie vor vergebens versucht, Harvester und Forwarder sowie Forstspezialschlepper auf die Messe zu holen, ist die Messe auf der Erfolgsspur. Kaum ein Rückewagenhersteller, der in Offenburg nicht vertreten ist. Waldbesitzer und Holzrücker im Nebenerwerb freuen sich über Seilwinden aller Größenordnungen und Preisklassen. Zu einem Anziehungspunkt wird Offenburg für immer mehr landwirtschaftliche Lohnunternehmer, die ein großes Angebot an Großhackern vorfinden.
Der Umzug vom Baden-Airpark in Baden-Baden auf das professionelle Messegelände von Offenburg wird von vielen Ausstellern ausdrücklich begrüßt. "Der Erfolg gibt Lambrü recht", meinte nicht nur Clemens Ritter vom gleichnamigen Forstmaschinenhersteller. Den Besucheranteil aus dem nahe gelegenen Frankreich gibt Lambrü mit 10% an. Angesichts der oftmals schwierigen Maschinenexporte ins Nachbarland hält er dies für einen guten Erfolg. Ob Lambrü allerdings das für 2007 gesetzte Ziel von 15.000 Besuchern nach dem schwachen Samstag erreicht, ist fraglich.
Sturmholz: Kaum Nachfrage nach Profi-Rückewagen
Die Anbieter von Rückewagen der von 10 to Zuladung aufwärts werden bis Sommer warten müssen, bis der Borkenkäfer auch in diesem Segment eine Nachfragebelebung bringt. Der Trend zu den 12 und 14 Tonnern ist aber nur unterbrochen. Von den in Offenburg ausgestellten Forstmaschinen profitieren derzeit nur die Hersteller von Rückewagen der 15.000 bis 20.000 €-Kategorie vom Sturmholz. Viele Waldbauern besonders im Sauerland sind des Wartens auf professionelle Hilfe Leid und investieren in eigenen Rückewagen, um das Sturmholz zu bergen.
Hersteller bieten derzeit Sonderaktionen an. So zeigte Nokka-Importeur HG Grimm den 9to-Rückeanhänger mit 6,7m-Kran als Aktionsware unter 16.000 € an. Einsiedler Forsttechnik zeigte den FA 620/8. Den Rückewagen mit 8 to Zuladung und 6,2 m Kran gibt es bereits für 14.800 €.
Eine Klasse höher bot Landtechnik Schuler den Steindl-Palfinger Rückewagen in der 9 to-Version als Messe-Offert für 23.000 € an. Der Rückewagen kann besonders mit seiner Herkunft punkten: hergestellt im Epsilon-Werk in Elsbethen/Salzburger Land. Aus demselben Werk stammen die derzeit viel gelobten Rückekräne mit ihrer innen liegenden Schlauchführung. Der Kran ist auf einem Kugeldrehkranz gelagert. Dass die Forst-Live bis zum gewissen Grad auch eine Verkaufsmesse ist, zeigen Preisschilder wie an dem Schlang & Reichart-Rückewagen vom Typ EVI 10/400/565 (10 to Nutzlast, Doppelrohrrahmen, 6,5 m Kran, 615 kg Hubkraft bei voller Reichweite): Komplettangebot 25.800 €.
Schwere Rückewagen im Borkenkäfereinsatz
"Mit der Schippe kann ich auch keinen Bagger ersetzen." Reinhardt Schültke, Geschäftsführer der mitten im nordrhein-westfälischen liegenden Forsttechnik Schültke GmbH & Co KG hat zwar Verständnis für die betroffenen Waldbauern, die nun für wenig Geld einen Rückewagen kaufen. Vor allem hin Hinblick darauf, dass nach dem Sturm in vielen Bauernwäldern nur noch wenig Holz zu rücken sein wird. Nichts desto trotz empfiehlt er für die Sturmholzaufarbeitung Profi-Gerät einzusetzen. Ein Rückewagen sollte für den Einsatz im Sturmholz mindestens eine Zuladung von 10-12 to und einen 5 mto-Kran haben
Auf der Forst-Live in Offenburg präsentierten BEHA einen 12 to Rückeanhänger von Vreten. Das 24.000 € teure Gerät ist besonders in Bayern beliebt. HG Grimm zeigt in Offenburg den 14 Tonner ohne Kran. Forstprofis nutzen das Gefährt mit Forstspezialschleppern. Ohne Kran ist die Konstruktion eine Geld sparende (Anschaffungskosten Basisausstattung17.000 €) Möglichkeit, das Holz aus den meist verstreut liegenden Käfernestern zusammen zu fahren. Mit Kran (Cranab FC 80 Combi) und Druckluftpremse kommt das 14 to-Modell auf 52.000 €. Grimm Kundenbetreuer Norbert Brzuska konnte in Offenburg von einer hohen Nachfrage aus der Schweiz und Frankreich berichten. Die Nachfrage aus der Schweiz nach großen Rückewagen lässt sich mit dem hohen Anteil an LKW-untauglichen Maschinenwegen erklären. Die Erweiterungen der Sägewerke und die Inbetriebnahme des Großsägewerks Stallinger in Domat/Ems (Graubünden) sorgt für die entsprechende Holzmobilisierung und Maschineninvestitionen.
Meterholz: Neue Möglichkeiten der Weiterverarbeitung
Immer mehr Maschinenbauer setzen beim Brennholz auf Maschinen zur Meterholz-Herstellung. Wie sehr die Brennholzhersteller die Möglichkeit der Lufttrocknung überzeugt, belegen die Verkaufzahlen der Bündelgeräte. Allein Kretzer konnte im vergangenen Jahr 400 Stück an den Mann bringen. Auf der Forst-Live zeigte der oberschwäbische Maschinenbauer die komplette Arbeitskette: den Meterholzspalter "Spaltknecht" mit verstellbarem Kreuz sowie vier- und sechsteiliger Klinge (Anschaffungskosten 6500 €), das Bündelgerät (Anschaffungskosten 1200 €) und den seit bald Jahrzehnten bewährten Rotomat, um die Meter-Scheiter auf ofenfertige Länge zu schneiden.
Bei der Weiterverarbeitung von kompletten Meterholzbündeln will Growi dem bereits etablierten "Wesi" von Landrock Konkurrenz machen. Das Allgäuer Unternehmen zeigte in Offenburg den Prototyp eines Meterholz-Prozessors. Einfach ausgedrückt eine Kombination aus einer überdimensionalen Zange für das Meterholzbündel und einer aus Sägewerken bekannten Paketkappsäge. Im Gegensatz zum Wesi bleibt das Holz von den Greifschalen konstant geklemmt. Nur die Säge wird horizontal verschoben.
Growi Geschäftsführer Christof Freudling will die serienreife Maschine auf der Ligna+ in Hannover präsentieren.
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| (IHB Fehrle) |
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