Die Bayerischen Staatsforste (BaySF) wollen diesen Winter 600.000 Raummeter Brennholz in den privaten Brennholzmarkt liefern, die bayerischen Privatwälder über eine Million.
Auf der Pressekonferenz zum Thema Brennholz am 10.Oktober in Regensburg bekundeten Dr. Rudolf Freidhager, Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Staatsforste und der Vorsitzende des Bayerischen Waldbesitzerverbandes Marian Freiherr von Gravenreuth für den bayerischen Privatwald ihre Verantwortung für die Brennholzversorgung der Bevölkerung. Aus den bayerischen Privatwäldern sei mit "einer Million Raummetern plus X" zu rechnen, stellte von Gravenreuth in Aussicht.
"Vor einem Jahr hätten wir mit diesem Thema niemanden hinter dem Ofen vorgelockt. Heute ist bedingt durch den Ölpreis die Nachfrage nach Brennholz und die öffentliche Wahrnehmung drastisch gestiegen", beschrieb Freidhager die für ihn höchst erfreuliche Situation.
Im Frühjahr 2006 schrieb die Forst & Technik jedoch von Auswüchsen des Boommarktes: Privatleute hatten bei den Bayerischen Staatsforsten Brennholz in großen Mengen gekauft und unversteuert weitergehandelt. Gewerbliche Brennholzhändler klagten über Wettbewerbsnachteile. Dazu Robert Morigl, Holzvermarktungsreferent: "Diesen Machenschaften haben wir einen Riegel vorgeschoben. Jeder, der beim Staat mehr als 50 Raummeter Brennholz kaufen will, braucht einen Gewerbeschein." Dr. Rudolf Freidhager ergänzt:" Die übliche Abgabemenge an Privatleute sind 1-2 Jahreskontingente, damit der Brennholzkunde immer trockenen Holz hat."
"Der Brennholzholzmarkt hat bewirkt, dass wir in den Industrieholzsortimenten heute langsam wieder von einem Preis sprechen können, statt von einer Entsorgungsentschädigung", freute sich Freidhager.
Eben diese Industrieholzsortimente seien es, die die verfügbare Brennholzmenge nach oben begrenzten, sagte er. Ungefähr 24% des Einschlags der Bayerischen Staatsforste seien Industrie- und Energieholz. (Bei 5,4 Mio. fm Einschlag ca. 1,3 Mio. fm = 1,8 Mio. rm, Anm. d. Red.). Ein Drittel der Industrieholzmenge ist demzufolge für den Brennholzmarkt vorgesehen. Weitere 150.000 rm gehen laut Freidhager an industrielle Biomassekraftwerke. Eine Umsortierung von anderen Holzsortimenten in Richtung Brennholz sei betriebswirtschaftlich nicht möglich.
Auf die Frage, ob und unter welchen Umständen die Brennholzholzmenge steigerbar sei, falls die Nachfrage dementsprechend groß sei, antwortete Freidhager: "Der Hiebssatz liegt bei 5,4 Millionen Festmeter und bevor wir eine Erhöhung ins Auge fassen würden wir dies ganz genau prüfen und durch die Forstwissenschaft absichern lassen." Er schloss eine Hiebssatzerhöhung jedoch nicht aus. Auf diese Weise seien 100.000 bis 200.000 Raummeter Brennholz zusätzlich zu mobilisieren.
Während im Staatswald ausschließlich Brennholz direkt aus dem Wald in 2m-Längen zu haben ist, habe sich im Privatwald eine ansehnliche Servicetiefe entwickelt, berichtet Marian von Gravenreuth. Angebote von ofenfertigem Brennholz frei Haus würden immer selbstverständlicher, die Waldbesitzer seien sehr dynamisch in der Brennholzvermarktung. "Für den Privatwaldbesitzer ist der Brennholzmarkt interessanter als für den Staat", erklärte er.
Abschließend betonte Freidhager, dass die 600.000 Raummeter Brennholz für Privatkunden zugesichert seien, "egal was die Industrieholzpreise machen."
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